Wirtschaftsforum im Hotel
"Zum Stern"
Samstag, 2. September 2006,10:00 - 12:00 Uhr
Vortrag: "Personalmanagement als Erfolgsfaktor beim Markteintritt"
(10:45 h)

Prof. Dr. Gerhard Klippstein
Fachhochschule des Mittelstands (FHM)
Ravensberger Straße 10 G
33602 Bielefeld
Fon 05 21. 9 66 55-10
Fax 05 21. 9 66 55-11
Biografie
Diplomvolkswirt Prof. Dr. Gerhard Klippstein
Geboren in Mannheim, 1945
Studium der Wirtschaftswissenschaften an der Universität (Wirtschaftshochschule) Mannheim mit dem Abschluss Diplomvolkswirt.
Studium der Berufspädagogik an der Berufspädagogischen Hochschule
Stuttgart, Abschluss mit
dem 2. Staatsexamen. Promotion zum Dr. rer. pol.
Prof. Dr. Gerhard Klippstein war Fachleiter für Wirtschaftswissenschaften
am Studienseminar Bielefeld (Studiendirektor), Leiter des kaufmännischen
Berufskollegs Carl-Severing-Schulen in Bielefeld (Oberstudiendirektor) sowie
Bürgermeister der Stadt Herford (von 1984 bis 1994 ehrenamtlich, von
1994 bis 1999 hauptamtlich). Zudem ist er Gründungsgesellschafter der
NordWestConsult Bielefeld,
seit dem Jahr 2000 Professor für Wirtschaftswissenschaften und Dekan
des Fachbereichs Wirtschaft an der Fachhochschule des Mittelstands (FHM),
Bielefeld und seit 2002 Rektor der Fachhochschule des Mittelstands (FHM).
Er hat zahlreiche Publikationen in den Bereichen Volkswirtschaftslehre, Betriebswirtschaftslehre, Wirtschaftsinformatik, Verwaltungsmanagement und Berufspädagogik veröffentlicht.
Betriebswirtschaftslehre als managementorientierte Unternehmensführung
Prof. Dr. Gerhard Klippstein
Betriebswirtschaftslehre an der FHM
Die Betriebswirtschaftslehre, die an der Fachhochschule des Mittelstands (FHM), Bielefeld gelehrt wird, kann als managementorientierte Unternehmensführung begriffen werden. Damit werden die Bedürfnisse des Mittelstands nach Anwendungsorientierung und Interdisziplinarität in das Zentrum der Betriebswirtschaftslehre gestellt. Mit dieser Orientierung werden die grundlegenden Fragestellungen und Herausforderungen, die sich mittelständischen Unternehmen in der sozialen Wirklichkeit stellen, zu erfassen und zu lösen gesucht.
Das betriebswirtschaftliche Denken und Handeln, welches sich in der globalisierten Welt von heute durchgesetzt hat, ist erst im Zuge der Industrialisierung entstanden. Es resultiert aus einer Geringschätzung des ökonomischen und leistungsorientierten Denkens, die noch heute nachwirkt. Die Wirtschaftlehre ist bis heute im allgemein bildenden Schulsystem nur rudimentär vorhanden. Dies hat Auswirkungen auf das Wissen und Können, welches in breiten Bevölkerungskreisen besteht. In vielen Unternehmen wird zwar produziert und verkauft, doch das, was den Kaufmann im Kern ausmacht, betriebswirtschaftlich zu denken und zu handeln, beschränkt sich nämlich nicht selten auf das Sammeln von Rechnungen und die Weitergabe an den Steuerberater. Die Kluft zwischen professionell geführten Unternehmen mit einer entwickelten Betriebs- und Finanzwirtschaft und denen, die sich nur auf ihre Intuition verlassen, ist immer noch Realität.
Wird Betriebswirtschaft als managementorientierte Unternehmensführung begriffen, entsteht ein Lehrplan, der das Wissen einer entscheidungs-, führungs- und systemorientierten Betriebswirtschaftslehre aufnimmt und zugleich verhaltenswissenschaftliches Management-Know-how integriert. Der Lehrplan an der FHM zeichnet sich durch die Vermittlung von vertieftem Wissen und anwendungsbezogenen Fähigkeiten in folgenden Kompetenzclustern aus.
Was Betriebswirte können
Betriebswirte der FHM können in der gewerblichen Wirtschaft im Mittelstand wie auch in großen Unternehmen Fach- und Führungsaufgaben wahrnehmen. Der Grund für die Attraktivität dieses Berufs liegt in der Vielfalt der Beschäftigungsmöglichkeiten. Das Tätigkeitsfeld reicht vom selbstständigen Unternehmer über Führungspositionen im Management der Privatwirtschaft bis hin zu Referententätigkeiten in Verbänden, Kammern und öffentlichen Organisationen und ebenso zu Beratung und Consulting in Agenturen und Instituten. Auch die öffentlichen Einrichtungen brauchen immer mehr betriebswirtschaftlich denkende Mitarbeiter. Betriebswirte arbeiten in allen Wirtschaftsbranchen und Sektoren. Die Kenntnis von Methoden und Verfahren erlaubt ihnen, selbstständig aktuelle betriebswirtschaftliche Probleme zu analysieren, darzustellen und praxisbezogen zu lösen.
Sicherheit und Entscheidungsfreude sind elementare Bestandteile von Führungswissen und notwendig für die Übernahme betrieblicher Leitungsaufgaben. In Zeiten des schnellen Wandels sind Unternehmerpersönlichkeiten gefragt.
Themen
- Betriebswirtschaftslehre an der FHM
- Was Betriebswirte können
- Ein Unternehmen führen
- Was mittelständische Unternehmen auszeichnet
- Was ist Mittelstand?
Kompetenzprofil
Ein Unternehmen führen
Ein Unternehmen führen heißt, zielgerichtet das zu tun, was das Unternehmen im Wettbewerb mit anderen Marktteilnehmern wirtschaftlich erfolgreich macht. Dabei hat das Unternehmen die Aufgabe, Produkte zu erzeugen und Dienstleistungen anzubieten, die nachgefragt werden. Ein Unternehmen kann in diesem Sinne als soziale Organisation verstanden werden, die management- und führungsbedürftig ist. Dazu ist es erforderlich, das wirtschaftliche Handeln des Inhabers oder des Managers in einem Führungskonzept zu konkretisieren. Dies erfolgt im modernen Mittelstand in den Unternehmensgrundsätzen und in den Unternehmenszielen. Sie stellen ein System von normativen Handlungsempfehlungen für die Fach- und Führungskräfte dar, die Personal- und Sachverantwortung haben. Anders formuliert geht es darum, im Unternehmen konkret vorzugeben und adäquat zu kommunizieren, wo es hingehen soll und mit welchen Mitteln das zu geschehen hat.
Unternehmensführung bedeutet, typische Managementaufgaben auszuüben. Dazu gehören das strategische und das operative Management. Strategisches Management muss die Unternehmensziele entwickeln und definieren. Es sollte nicht mit langfristiger Planung gleichgesetzt werden, die quasi eine Fortschreibung des Bestehenden versucht. Strategische Planung heißt, die Zukunft des Unternehmens gedanklich vorwegzunehmen. Im Mittelpunkt des operativen Managements steht die konkrete Planung und Durchsetzung der Unternehmensziele in die Wirklichkeit. Das strategische und operative Management werden erst dann erfolgreich sein, wenn sie optimal zusammenwirken. In jedem Fall muss ein gutes Management sich den rasanten Bedingungen des Marktes ständig anpassen. Das gelingt dann, wenn sich das Unternehmen zur lernenden Organisation entwickelt.
Managementorientierte Unternehmensführung stellt das strategische Denken und operative Handeln in der betrieblichen Praxis der Fach- und Führungskräfte in den Mittelpunkt. Indem der Prozess der konzeptionellen Entwicklung mittelständischer Unternehmen und dessen funktionale Umsetzung in seine Einzelelemente zerlegt werden, wird die innere Struktur erkennbar, wie Unternehmen erfolgreich geführt werden können. Dabei geht es im Einzelnen um das folgende Know-how.
Betriebswirtschaftslehre als managementorientierte Unternehmensführung
- Allgemeine Betriebswirtschaftslehre
- Volkswirtschaftslehre
- Wirtschaftsmathematik, Statistik
- Rechnungswesen, Finanzierung
- Unternehmensführung und Management
- Marketing, Vertrieb und Werbung
- Außenwirtschaft
- Wirtschaftsrecht
Mehrmonatige betriebliche Praxisphasen Studium in der Praxis (SIP)
- Informations- und Kommunikationstechnologie
- Projektmanagement
- Lernmethodik, Arbeits- und Präsentationstechnik
- Ingenieurwissenschaftliche Methodik
Was mittelständische Unternehmen auszeichnet
Die Frage, was der Mittelstand ist, kann unterschiedlich beantwortet werden. Die Studierenden der Fachhochschule des Mittelstands (FHM) wollen insbesondere wissen, was im Mittelstand anders ist als beispielsweise bei Großkonzernen. Damit kommt eine Sichtweise zum Tragen, die das Typische zu begreifen versucht. Diese lässt sich an einigen Kriterien beispielhaft festmachen. Dabei ist besonders die Attraktivität, die der Mittelstand mit seinen exzellenten Unternehmen ausstrahlt, in den Fokus genommen.
Der Mittelstand kann als das Rückgrat der deutschen Wirtschaft bezeichnet werden. In ihm sind mehr als zwei Drittel aller Erwerbstätigen beschäftigt. Die wesentliche Ausbildungsleistung in der beruflichen Bildung wird durch duale Ausbildungsplätze in der mittelständischen Wirtschaft sichergestellt. Gearbeitet und gelernt wird dort in überschaubaren Strukturen. Die Wertschöpfungskette ist für den Großteil der Mitarbeiter nachvollziehbar. Der Kunde wird als solcher noch persönlich wahrgenommen. Zudem bieten mittelständische Unternehmen echte Identifikationsmöglichkeiten. Kleine und mittlere Unternehmen sind weniger anonym. Dies liegt auch daran, dass bei vielen inhabergeführten Firmen ein professionelles Management handelt, entscheidet und der Chef noch präsent ist. Wer im Mittelstand Fach- und Führungsaufgaben wahrnehmen will, muss sich auf besondere Herausforderungen einstellen. Diese sind:
- Schnelligkeit und Flexibilität
- Bereitschaft zum ständigen Wandel
- Persönlich geprägte Unternehmensführung
- Hautnahe und damit erkennbare Kundenbeziehungen
- Mitarbeiternähe
- Umfeld ganzheitlicher Identität von Unternehmern und Mitarbeitern
Es werden Allrounder und Mehrkämpfer im Mittelstand benötigt, weil eine ganzheitliche Sichtweise des Unternehmens erforderlich ist. Zu den Schlüsselqualifikationen gehören deshalb auch Mitdenken, Mitentscheiden und Ergreifen von Eigeninitiative.
Was ist Mittelstand?
Der Begriff Mittelstand hat viele Definitionen. Sie richten sich meist an den Indikatoren Umsatz, Bilanzsumme und Beschäftigtenzahl aus. Eine Definition des Mittelstandes als KMU (kleine und mittlere Unternehmen) wird von der Europäischen Union europaweit kommuniziert. Sie ist bei Förderprogrammen und Investitionsentscheidungen auf EU-Ebene häufig im Gespräch. Danach werden als KMU Unternehmen definiert, die weniger als 250 Beschäftigte haben und einen Jahresumsatz von höchstens 50 Mio. Euro. Dies ist jedoch aus Sicht der Fachhochschule des Mittelstands (FHM) nicht das Entscheidende denn ob ein Unternehmen groß oder klein ist, ist sekundär. Viel bedeutsamer sind die Ausrichtung und das konkrete Handeln organisatorischer Unternehmenseinheiten und die Kompetenzen, die Führungskräfte im Umgang mit ihren Mitarbeitern auszuüben bereit und in der Lage sind.
Prof. Dr. Gerhard Klippstein









